Montag, 21. März 2011

Barockkleider, wandelnder Job und Websiten

Heute muss ich euch von meinem Sonnenscheintag erzählen. Ich platze bald vor Freude und guter Laune. Ich sitze mit einem Grinsen vor dem Laptop und brenne darauf auch mal von den guten Seiten des Lebens zu berichten.
Zunächst einmal ein kleiner Bericht über mein Barockabenteuer.
Das Julifestival brauchte ja einen Trailer und dieser Trailer besteht aus einigen Teilen.
Wir haben heute den der Barockzeit gedreht und ich war eine der Hauptdarstellerinnen. Zunächst mit einer halben Stunde Verspätung begonnen, haben unsere Kleiderleute aus Dresden ganz tolle Alltagskleidung der Frauen mitgebracht. Wir drei Damen Isabelle, die Freundin vom Cheffe und ich wurden zunächst mit Strumpfhosen bedacht, dann mit einer witzigen Unterhose (unten waren lauter Rüschchen dran), als drittes folgte ein weißer Unterrock, danach noch ein Unterhemd. Damit durften wir dann aus der Umkleidekabine heraustreten.
Jetzt ging es an die Kleider - die Kleider anzuziehen ist recht umständlich - ich kann verstehen, dass die Damen damals Bedienstete hatten, die helfen mussten.
Nachdem wir nämlich schon so viel Unterziehkleidung bekommen hatte, folgte das Hüftpolster in pinker Farbe (ich war nur froh, dass man das nicht mehr sehen konnte XD), dann folgte mein sandgelbener Rock, der zunächst vorn gebunden wird und dann der zweite Teil nach hinten gebunden wird, um das Gefälle dieses Kleidungsstückes zu erreichen.
Nachdem wir alle drei diese Hürde bewältigt hatten, folgte das Oberteil mit dem integrierten Korsett. Bei mir waren lauter Gänseblümchen drauf. (Bedeutet, ich bleib immer Gänseblümchen, bekam eine neue Bedeutung) Jedenfalls mussten durch das Halbärmeljäckchen, dann Bänder durchgezogen werden, wie bei einem richtigen Korsett. Ich kann jetzt behaupten, ja das Gerücht stimmt, wenn man das zu fest schnürt bekommt man nur ganz, ganz schlecht Luft. Das Ganze musste dann noch mit ganz vielen Stecknadeln befestigt werden, damit das Unterhemd nicht zu sehr hervortrat.
Fixierung war eben auch schon damals einfach alles.
Mit dem Einkleiden dann fertig, folgte die Schuhauswahl. Ich hatte altrosafarbene mit einer silbernen Schnalle vorne drauf. Genau genommen richtig schick, aber verdammt unbequem. Man muss wirklich erstmal in solchen Schuhen laufen lernen ...
Nach dieser unglaublich - leicht schmerzhaften - Erfahrung kam das Haar dran und wenn man glaubt, dass die Sachen schon aufwendig klingen, dann ist man spätestens bei den Haaren eines besseren belehrt. Die Haarstücke mussten ebenfalls mit vielen Haarklemmen und Haarspangen fixiert werden.
Ich glaube es hat eine halbe Stunde gedauert meine Frisur hinzubekommen, so dass man dann anfangen konnte, den kleinen Frauenspitzhut zu platzieren, der richtig schmuck aussah. Normalerweise habe ich kein Hutgesicht, aber durch die vielen zusätzlichen Haare wurde es richtig hübsch und ich sah wirklich aus, wie eine Marie Curie ... einfach herrlich.
Über die Stunden des Drehs habe ich mich in die Barockkleidung einfach verliebt, die allerdings auch schon einen Hauch Rokkoko in sich trug.
Ich wollte sie eigentlich gar nicht mehr abgeben :) und wer denkt, dass es in solcher Kleidung kalt wird - Fehlanzeige - bei elf Grad Aussentemperatur mussten wir uns tatsächlich viel Luft zufächern, weil es einfach warm war. Allerdings konnte ich beim Dreh selbst keinen Fächer tragen, aber wir Damen (mit unserer Einkleidungsmama) hatten tatsächlich alle einen richtig filigranen Sonnenschirm. Unglaublich war das - wir hatten jedenfalls richtig viel Spaß, haben uns unterhalten, viele Knickse vor dem "König" gemacht und sind im Park spazieren gelaufen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie anstrengend es ist mit einer Kamera zu laufen, ohne da rein zu sehen.
Ich durfte dem Herrn König einen kleinen Rehblick schenken und stelle mir die Frage, welche Szenen werden sie wohl benutzen? Weil am Ende ist es nur ein Trailer von 2 Minuten und 30 Sekunden.
Die Outtakes waren schön. Beim einen Mal bin ich beim Knicks fast gestürzt und auch in der finalen Version sehe ich bei dem Knicks eher stocksteif aus, wie ich finde. Weil meine Begleiterin in der Szene viel zu elegant war *lach*.
Jedenfalls gab es danach ein Dankeschönkaffe vom Cheffe und wir waren alle ganz traurig, dass wir die Kleider tatsächlich abgeben mussten *seufz*
Aber diese Erinnerung wird immer in meinem Kopf bleiben und vielleicht werde ich doch das ein oder andere Mal noch in solchen Sachen anzutreffen sein. Ich hoffe wir bekommen morgen die Fotos, dann kann ich sie euch zeigen :)
Dann nachdem wir länger als zum Ankleiden, beim Auskleiden gebraucht haben, ging es dann nach Hause und vor der Haustür, ganz unerwartet, sah man ein gut gekleidetes Paar Leute an den Autos stehen.
Ich sitze heute mit einem Flyer hier zuhause vor dem Laptop, der mir die Tür in die Welt der Bürokauffrau-Ausbildung öffnen könnte, weil dieses Pärchen ganz dringend für die Firma Leute sucht.
Einziger Wermutstropfen an der Sache - ich muss heute Abend eine Website fertig schreiben, weil die Morgen online gebracht werden soll. Ich habs versprochen und Versprechen pflege ich zu halten.
Bei den vorgefertigten Texten durfte ich einmal erfahren, wie sich eine Rechtschreibkontrolle fühlt. Auf dreizehn Seiten habe ich über 100 Rechtschreibfehler, Grammatikfehler und Ausdrucksfehler meines Cheffes korrigieren dürfen. Anstrengende Sache das und ich meine, ich bin schon keine Ultraleuchte in RS ... aber da standen einem die Haare zu Berge.
Jetzt jedenfalls bin ich wieder friedlich und entspannt und ich werde mich jetzt wieder an die Arbeit zurückbegeben. Übrigens war mein Chefchen ganz ganz dankbar, dass ich die hundert Fehler nicht einfach integriert habe, sondern korrigiert, weil das natürlich ein schlechtes Bild auf der Internetseite und bei den Händlern gemacht hätte.
Warum schreibe ich euch das? Nun, wenn ihr von mir nur dauernd Gejammere lesen musstet in den letzen Monaten, dann dürft ihr jetzt einmal einen glücklichen Tag im Leben von der Dany in dutzend kleinen Einzelheiten erfahren.
mit lieben Grüßen und vielen Umarmungen
eure Teleri

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