Mittwoch, 30. März 2016

Mein vorletzter Besuch

Meine dritte Kurzgeschichte für die WoSt ist fertig. Eigentlich war eine andere schon lange fertig, doch diese hätte ich noch nicht posten können und fraglich ist, ob ich diese hier im WoSt noch zeigen werde, denn sie ist auf den Frühling bezogen und ist inzwischen überholt. Der Tag heute ist nach anfänglichem Elan, so düster geworden, dass ich es nicht über mich bringe, eine so quietschvergnügte Kurzgeschichte zu zeigen, die auch noch so albern ist. Deshalb habe ich mich jetzt dazu entschieden, eine völlig andere Kurzgeschichte zu schreiben. Ich habe damit meinen Tag verarbeitet. Eine Situation, die sicherlich viele bereits kennen und erlebt haben. Die mich aber in dieser Form zum ersten Mal tatsächlich trifft. Der erste Tod, den ich in vollem Umfang miterlebt habe, ist der meiner Schwester und meistens fühlt es sich so an, als wäre sie noch da. So, als würde sie jeden Moment um die Ecke biegen und mir ein Hallo schenken. Es ist schrecklich quälend, weil dieses Gefühl mit dem Wissen kollidiert, dass das nicht mehr möglich sein wird. Heute jedoch, habe ich meinen Großvater im Krankenhaus verabschiedet. Diesen Moment mit meinen Gefühlen wollte ich festhalten. Tatsächlich habe ich jedes Mal, wenn ein Tod eines geliebten Menschen mich ereilte, etwas geschrieben. Es scheint eine Art von mir zu sein, damit diesen Menschen einen letzten Dienst zu erweisen und mich damit auseinander zu setzen. Vielleicht versteht ihr so, warum ich einfach nicht anders konnte, als eine andere Geschichte zu nehmen. Eine, die viel persönlicher ist, als alles bisherige. Trotzdem mochte ich sie euch nicht vorenthalten - besonders weil sie besser zu meinen Gefühlen passt und mir nicht so sträflich vorkommt. Ich habe damit auch die WoST-Jahreschallenge geschafft. Zum dritten Mal in der vorgegebenen Zeit und erfüllt mich mit einem bitteren Stolz dieses Mal. Mein Eindruck ist, dass am Älter werden nicht das Problem ist, Falten zu kriegen, sondern zu sehen, wie die Menschen vor einem gehen und sich in eine diffuse Welt verabschieden, die wir nicht ermessen können. Ich werde ihn genauso vermissen, wie ich all die anderen Toten vermissen werde. Ich habe jetzt auch die Poolys 120.000-words-a-year-challenge auch für den Monat März fast komplettiert. Ich muss heute aber noch mindestens 500 Worte schreiben, um es endgültig zu erreichen. Doch das ist tatsächlich zu schaffen, denke ich. Also kann ich auch an der Stelle einen Haken dahinter machen. Was vielleicht auch noch zu erzählen ist, dass ich auch in anderen Dingen meine Konsequenz behalten kann. Das ist etwas, was mich bisher ganz glücklich gemacht hat, aber es fällt mir heute schwer, diese Freude zu empfinden. Ich glaube aber, dass die meisten von euch das nachvollziehen können. glg eure Nele